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Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, Februar 2015

Notizen von Margarete (Hete) Teutmeyer aus den letzten Kriegstagen bis Ende 1945 02

2. April 1945 (Ostermontag)

Gegen Mittag verstärkt sich der Geschützesdonner, Einschläge in unseren Wiesen und Feldern. Wir gehen in den Keller und richten uns da für die Nacht ein. Es läßt sich kein Amerikaner blicken. Es liegt eine große Spannung in der Luft. Die Artillerie schießt die ganze Nacht, aber es geschieht weiter nichts.

3. April 1945

Früh am Morgen schickt uns die SS aus dem Haus, wir wissen nicht wohin und laufen zum Lazarett auf die andere Straßenseite zum Hause der Fürstin. Nach einer Stunde wird auch das Haus beschlag­nahmt. Wir holen uns die Erlaubnis unten auf dem Hof im alten Haus Quartier zu beziehen. Wir richten uns im Keller von Tante Bettas Wohnung ein. In der Wohnung von Tante Betta hat sich ein Ober­leutnant mit seinen Leuten einquartiert und läßt sich dort ein Telefon anlegen. Auf dem Hof steht eine Kanone, eine weitere am Hermannsweg in der Nähe unseres Hauses.

Wir sind in großer Sorge, daß uns die Tiefflieger den ganzen Hof zerbomben.  Die Geschütze stehen zwar unter den Bäumen, aber wenn die Soldaten noch zu einer unsinnigen Verteidigung übergehen sollten, wäre es um uns geschehen. Wir versuchen die Soldaten zu überzeugen, daß es besser wäre, keinen Schuss abzugeben.   Auf den Straßen immer noch fliehende Soldaten. Hexe und Juno (2 Pferde) werden beschlagnahmt. Unser Kellerlager (circa 30 Menschen in einem Keller) ist überbelegt, es sind noch Soldaten dazugekommen. In dem 2. Keller nebenan sind unsere Polen und Russen und warten das Kriegsende ab. Auch da deutsche Soldaten.

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