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Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, Februar 2015

Notizen von Margarete (Hete) Teutmeyer aus den letzten Kriegstagen bis Ende 1945 (06)

Bis zum 11.4 sehr viel Arbeit, weil wir noch immer alle Stellarbeiten mit verrichten müssen, hinzu kommt die Garten­arbeit. Vater macht sich Sorgen um die Feldarbeiten, Am 12.4. bietet Anastasia ihre Hilfe im Kuhstall an. ich bin froh, etwas Erleichterung zu haben. Aber schon am nächsten Tag macht Kyril Rabatz, Annastasia traut sich nicht mehr, man bedroht sie, wir sitzen wieder allein mit all der Arbeit. Irme Hunke (Lehrling) gibt sich alle Mühe, Ulla[1] packt auch kräftig zu, aber das ist auch alles, uns fehlen kräftige Männer für die Arbeiten. Gerüchte bleiben unsere einzigen Informationen. Telefon, Post, Radio und Strom sind seit dem Beschuß auf Detmold ausgefallen.

14. April 1945

Die amerikanischen Besatzungssoldaten schießen aus Ver­gnügen oder Langeweile in der Gegend rum. Gerücht über Goebbels Tod. Überfälle von Polen und Russen in vielen Häusern mit Plünderungen.

15. April 1945

Durchziehende Soldaten (verkleidet natürlich), die bei uns verpflegt werden, so gut wir es können, sind unsere Nachrichten­quelle, heute hören wir von einem, daß Goebbels und Hitler tot seien.

18. April 1945

Gerücht:  Hamm,  Dortmund, Essen gefallen.


[1] Anachronismus. Ulla kam erst am 19. April zurück. Dieser Eintrag ist offenbar später verfasst worden.

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