Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, März 2015

Aufzeichnungen von Martha Teutmeyer aus den Jahren 1944 - 1951

30. März 1945 (Karfreitag)

Von 7 Uhr früh an neun deutschen Soldaten im Haus mit  einem Hauptmann aus der Gegend von Brilon. Sie sind vor den Amerikanern geflohen. Viel Alarm und Bomben in der Gegend von Nienhagen und Lage. Lieselotte Nacke kommt bei Vollalarm hereingelaufen und bleibt zum Essen. - Frontgedonner.

31. März 1945

Burkhards Geburtstag und Ostervorbereitungen. Abends Bomben auf Detmold. In der Scheune liegen 500 russische Gefangene mit 50 Begleitmannschaften.  Der Oberleutnant isst bei uns und schläft auf einer aufgestellten Chaiselounge im Esszimmer.

1. April 1945 (Ostersonntag)

Kommunionsfrühstück bei Frau Schmitz. Hella Nacke kocht bei uns für sich und ihre Schwester. Putenessen. Gemütliches Kaffeetrinken. Die Kinder suchen Ostereier. Stille vor dem Sturm. Lieselotte und Hella  kommen mit Handarbeiten. Zwischen 5 und 6 Uhr ist plötzlich Horst Mahlmann da, der von Altenbecken per Lastwagen gekommen ist. Amerikaner sind in Altenbecken. Lieselotte telefoniert mit dem Roten Kreuz in Salzuflen. Die Atmosphäre wird bedrückender. Zum Abendbrot fertige Butterbrote. Es wird beschlossen, Wertvolles zu verstecken, Nach dem Abendbrot ruhiges Arbeiten. Der Geschützlärm ist sehr nah aus Nordwesten. Man unterscheidet Abschuss und Einschlag von 2 Batterien. Langanhaltende Maulwurfstätigkeit. Das Generalkommando aus dem Sanatorium soll abgerückt sein. Wir schlafen zum letztem mal ziemlich ruhig in unseren Betten. Autos fliehen vor den Amerikanern, stehen an der Hiddeser Chaussee. Versprengte Soldaten. Dauerndes Kaffekochen für sie.

2. April 1945 (Ostermontag)

Ruhiger Vormittag. Artilleriefeuer geht weiter Nach dem Mittagessen stärkere Artillerietätigkeit, die Einschläge kommen näher. Deutsche Panzer und Geschütze kommen von Hiddensen, auch ein Königstiger. Wir gehen in den Keller, Artilleriegeschosse in die Teuthoffelder. Am Teuterdreh wird ein Geschütz aufgestellt. Wir trinken im Keller Kaffee. Frau Schmitz bietet uns Kommunionskuchen an. Man glaubt, dass die Amerikaner jeden Augenblick kommen können. Aber nichts geschieht. Das Artilleriefeuer blieb. Später kommen Soldaten aus Senne, erzählen, daß morgens das ganze Vorratslager in der Senne in die Luft gesprengt worden ist  Sie deponieren Eierkisten mit Rauchwaren. Hete macht provisorische Betten im Kellergang Die jungen Frauen mit ihren Kindern schlafen im Keller, wo das Licht ist; wir in den Kartoffellagern im Kellergang. Vogts schlafen erst oben und kommen dann auch runter. Fritz bleibt allein oben. Die Nacht ist ziemlich ruhig.

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