Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, März 2015

Aufzeichnungen von Martha Teutmeyer aus den Jahren 1946 - 1951

13. Februar 1947

Heute am frühen Nachmittag ist die alte Frau Rautenberg aus Warntrup begraben. Sie ist fast 80 Jahre alt geworden und hat in ihrem langen Leben viel durchgemacht. Ihr Mann starb lange vor ihr, desgleichen der jüngste Sohn und Besitzer vom Warntrup (an Schwindsucht, wohl als Folge der russischen Gefangenschaft im Krieg 1914-18). Seit der Zeit war der Hof verpachtet. Die junge Frau Rautenberg zog mit ihrem einzigen Sohn Hans-Jobst zu ihren Eltern. Für die alte Frau Rautenberg war während des Krieges auf dem verpachteten Hof kaum recht Platz und sie lebte zusammen mit ihrer Schwester Martha, der verwitweten Frau Zeiss in Detmold, dort ist sie wohl auch gestorben, wurde aber doch heute vom Warntrup aus beerdigt. Sie war bis ins hohe Alter eine sehr ansehnliche Frau, die sich trotz Krankheit tadellos hielt. Auch ihre älteste Tochter Hildegund, die irgendwo in der Mark verheiratet war und 2 Söhne hatte, starb lange vor der Mutter an einem Herzleiden.

15. Juli 1947

Heute vor einem Jahr bin ich in das alte Haus eingezogen und es war ein sehr schönes Jahr.

14. August 1947 (Donnerstag)

Am Montag haben  Ulla und ich unseren staupekranken Peter zur Tierärztlichen Hochschule Hannover gebracht. Schibbi (Karl Schierbaum) fuhr uns in seinem Wagen hin. Peter hatte nachdem die eigentliche Staupe abgeklungen war, nervöse Störungen am linken Hinterlauf und da ich keinen anderen Rat wußte, entschloß ich mich, ihn in Hannover behandeln zu lassen. In 14 Tagen bis 3 Wochen erhalte ich Nachricht, wie die Geschichte ausläuft. Hoffentlich wird er wieder gesund.

Wir hatten einen selten schönen Sommer dieses Jahr. Die Ernte kam so prachtvoll herein wie kaum zuvor, nur der Hafer ist noch nicht in der Scheune. Es sind auch immer reichlich Arbeitskräfte da. Jetzt hört man nur allenthalben Klagen über zu große Hitze und Trockenheit. Aber wir gehören zu den Höfen, von denen es heißt „die Sunne dat Brant nich aus’n Schappe schinnt“.

Ulla kommt sehr gut weiter und ist mit Lust bei der Sache. Sie war von der Semesterschlußprüfung befreit. Ruth ist da, aber wir haben der dringenden Erntearbeiten wegen noch nicht viel Musik gehabt – leider. Ich arbeite jetzt wieder im Archiv.

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