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Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, Februar 2015

Notizen von Margarete (Hete) Teutmeyer aus den letzten Kriegstagen bis November 1945 1 (x )

30. März 1945 (Karfreitag)

Heute früh erscheinen bei uns 9 deutsche Soldaten mit ihrem Hauptmann, sie waren bei Brilon stationiert und sind vor den Amerikanern geflohen, sie berichten, daß in Paderborn amerikanische Panzerspitzen sind. Sie werden bei uns mit 2 weiteren Soldaten verpflegt und ziehen am nächsten Morgen weiter Richtung Heimat. Den ganzen Tag viel Alarm und Bomben in Lage, Nienhagen. Nervöse Stimmung.

31. März 1945

Durchziehende Soldaten werden von uns verpflegt, sie fliehen vor den Feind und wollen möglichst alle in ihre Heimat. Gegen Abend kommen die russischen Gefangenen mit 50 Bewachern zu uns auf den Hof und quartieren in unserer Scheune. Der dazugehörige Oberleutnant wohnt bei uns. Ziehen am anderen Morgen weiter, die armen Kerle haben aus übergroßem Hunger eine ganze Wagenladung Zuckerrüben (2 Fuder standen auf dem Hof) verzehrt.  Versprengte durchziehende Soldaten werden verpflegt.

1. April 1945 (Ostersonntag)

Ruhe vor dem Sturm. Die Kinder der Evakuierten in unserem Haus suchen Ostereier im Garten. Artillerielärm kommt näher aus der Richtung Schling, Hermannsdenkmal, Hiddesen. Wir rechnen stündlich mit dem Eintreffen der Amerikaner, wir beschließen alle Wertsachen im Garten zu vergraben. Das geschieht dann auch sehr leise und vorsichtig im Schutze der Dunkelheit, begleitet von Geschützlärm, der die Nacht über anhält.