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Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, Februar 2015

Notizen von Margarete (Hete) Teutmeyer aus den letzten Kriegstagen bis Ende 1945 04

4. April 1945

Oben in unserem Wohnhaus sind  die SS Leute ausgezogen und haben alles  verdreckt hinterlassen. Wir kochen weiterhin Kaffee für durchziehende Soldaten und verteilen russische Zigaretten, die die deutschen Soldaten aus dem Verpflegungsdepot dagelassen haben. Die Soldaten unten auf dem Hof sind bis zum Nachmittag alle ver­schwunden.  Sie haben ihre Tornister und Waffen im Stroh in der Scheune zurück­gelassen, um möglichst schnell hier wegzukommen. Oben im Haus klingelt wiederholt das Telefon. Der Oberparteibonze aus Detmold will von mir wissen, wie die Front steht, schließlich werde ich ärgerlich und empfehle ihm,  doch selbst nachzusehen. (Die ersten Male gab ich geduldig Auskunft.) Als am Vormittag, die feindlichen Tiefflieger uns große Angst einjagten, denn sie kreisten immer über uns,  da habe ich auf dem Kuhstallbodenfenster ein Bettuch rausgehängt. Als ich dergleichen oben Im Wohnhaus machen wollte,  sah ich gerade noch recht zeitig 2 SS Männer,  die im Hühnerkamp, an der Böschung mit der Knarre im Anschlag lagen,  in der Richtung zur Straße von Hiddesen nach Detmold.  Ich wartete solange, bis sie weiterzogen und hing dann meine weiße »Fahne« raus. Wir versorgen weiterhin ständig einzelne fliehende Soldaten,  die uns fragen   welche Richtung sie einschlagen müssen,  ohne dem Feind in die Arme zu laufen.  Sie fliehen durch Büchenberg,  denn aus der Richtung ist kein Geschützdonner zu hören,  aber ob sie weit kommen,  ist zu bezweifeln.  Immer noch keine Amerikaner hier. Endlich, gegen Abend, hören wir Panzerrollen über den Hiddeser Berg in Richtung Detmold. Feuerschein über Detmold.

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