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Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, Februar 2015

Notizen von Margarete (Hete) Teutmeyer aus den letzten Kriegstagen bis Ende 1945 (12)

22. Mai 1945

Irgendwo wird gesprengt. Studienrat Krämer[1] steht in dem Verdacht ein Fahrrad gestohlen zu haben. Es ist sehr peinlich. Ich habe einen Brief von Hermann, er ist von seinen Brüdern auf abenteuerliche Weise aus der Schweiz geholt und ist noch sehr krank.(Gelbsucht) Oskar Müller[2] ist aus Dänemark zurück.

24. Mai 1945

Es gibt Gerüchte, daß deutsche Soldaten aus der Gefangen­schaft entlassen werden. Wir haben noch nichts von Hans gehört. Stalingradkämpfer aus Hiddesen sind gekommen (anscheinend aus einem Lazarett) Gerücht: Krieg,  Amerika gegen Japan u. Rußland. In Detmold werden die ersten Heimkehrer erwartet. Sie sollen überall als Arbeitskräfte eingesetzt werden. Mitte nächster Woche sollen wir wieder Strom haben, aus Hiddesen, denn in Hei­ligenkirchen ist noch nichts wieder heile.

27. Mai 1945

Frau Kläs feiert ihren Geburtstag bei uns. In Detmold werden 6.000 deutsche Soldaten aus amerikanischer Gefangenschaft erwartet.  Immer mehr Soldaten kommen auch aus russischer Gefangenschaft hier durch.  Aber die angekündigten 6ooo Soldaten sind noch immer nicht hier. Heide Brockmann erscheint bei uns.



[1] Krämer ein Studienrat aus Wuppertal, war mit Stamino zusammen Soldat in Detmold. Später zog er mit seiner Familie auf den Teuthof, offenbar war er aus der Gefangenschaft entflohen. Nach dem Krieg blieb er in Detmold. Noch Thomas Finne hatte am Leopoldinum bei ihm Unterricht. (Auskunft Ursula Finne August 2013)

[2] Ein Sohn der Familie Müller, die in der alten Leibzucht wohnte.

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