Fritz 1917

In den aus dem Jahr 1917 erhaltenen Briefen erfahren wir kaum etwas über den militärischen Alltag und über das Kriegsgeschehen. Der Inhalt der Briefe verlagert sich stattdessen auf betriebswirtschaftliche Fragen, die sich aus der Heirat im April und der Übernahme der Betriebsführung des Teuthofs (damals "Tötehof") durch Martha ergibt.

Fritz war die ganze Zeit über in der 4. Batterie des Feldartillerie-Regiments 405 im Osten eingesetzt. Am 28. April wurde er zum Leutnant der Reserve befördert. Von Kampfeinsätzen erfahren wir nichts. Er wird vermutlich an der Zurückschlagung der Kerenski Offensive im Juli beteiligt gewesen sein und an der Eroberung Rigas am 3.September. Seit dem 15. Dezember galt an der Ostfront der mit der Sowjetregierung abgeschlossene Waffenstillstand.

Zwischen Mai 1917 und Mai 1918 sind keine sicher datierbaren Feldpostbriefe von Fritz oder Martha erhalten.* Daß es keine gegeben haben sollte ist nicht anzunehmen. Politische Themen fehlen völlig. Wir erfahren nichts über die Haltung zur Wiederaufnahme des uneingeschränkten U-Bootkrieges, die Februarrevolution in Rußland, den Kriegseintritt der USA, die Osterbotschaft Kaiser Wilhelms II., den Streit um die Kriegsziele, die Friedensresolution im deutschen Reichstag, und den Sturz des Reichskanzlers Bethmann-Hollweg. Vielleicht sind Briefe in Hinblick auf zwei Hausdurchsuchungen durch die Gestapo Mitte der 1930ger Jahre vorsorglich vernichtet worden.

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Version 1.0 Gerhard - Hermann Kuhlmann, November 2005